Mord und Totschlag

Strafverteidigung bei Tötungsdelikten

Bei einem Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdeliktes ist es besonders wichtig, einen kompetenten Strafverteidiger an der Seite zu haben. Auch wenn Ihnen ein Pflichtverteidiger nach § 140 StPO gerichtlich gestellt werden kann, sollte die Wahl auf einen erfahrenen Strafverteidiger fallen, denn Sie werden sehr viele Fragen haben. Jetzt zählen Vertrauen und Fachwissen. Rechtsanwalt Roland Schulte Holthausen ist Fachanwalt für Strafrecht und berät Sie gerne in einem ersten Gespräch über Ihre Rechte. Beantworten möchten wir in diesem Überblick die wichtigsten Fragen.
Mord und Totschlag sind im deutschen Strafrecht den Tötungsdelikten zuzuordnen und werden in den Paragraphen § 211 StGB und § 212 aufgeführt. Im Folgenden geben wir eine Übersicht der Straftatbestände, die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag, das Strafmaß und die Verjährungsfristen.

 

Tötungsdelikte im Überblick

Gemeinsamkeit aller Tötungsdelikte ist der Tod eines Menschen. Unterschieden werden muss, ob Totschlag, Mord oder fahrlässige Tötung als Strafbestand vorliegt. Im Folgenden sind alle Tötungsdelikte aufgeführt:

 

Totschlag. Der Tatbestand

Im StGB definiert § 212 den Tatbestand des Totschlags in Absatz 1 folgendermaßen:
„Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft“
Der objektive Tatbestand bedarf:

  • Einer Tathandlung
  • Eines Taterfolges
  • Einer kausalen Tathandlung
  • Einer objektiv zurechenbaren Tat

Der subjektive Tatbestand bedarf des Vorsatzes:
Die Tat wird mit Wissen und Wollen des Täters begangen. Ein vorsätzliches Tötungsdelikt liegt vor, wenn diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können:

  • Hat der Täter zumindest billigend in Kauf genommen, dass das Opfer stirbt?
  • Wusste der Täter sicher, dass das Opfer stirbt?
  • Wollte der Täter, dass das Opfer stirbt?.

 

Mord und Totschlag. Unterscheidung

Mord und Totschlag sind nicht gleichzusetzen, sondern es liegen voneinander zu unterscheidende Tötungsdelikte vor. Bei beiden handelt der Täter wissentlich, mit Willen und die Tat wurde vorsätzlich begangen. Die Tötung einer anderen Person erfolgt in schuldhafter und rechtswidriger Art und Weise. Damit aber der Tatbestand des Mordes vorliegt, muss mindestens ein Mordmerkmal nachgewiesen werden können. In § 211 StGB steht:
Ein Mörder ist demnach ein Täter, der:

  • Aus Mordlust
  • Zur Befriedigung des Geschlechtstriebs
  • Aus Habgier
  • Aus niedrigen Beweggründen
  • Grausam
  • Heimtückisch
  • Mit gemeingefährlichen Mitteln
  • Um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

tötet.
Wenn auch nur eines dieser Mordmerkmale nachgewiesen werden kann, liegt Mord als Tatbestand vor. Wird ein „schlafender Mensch heimtückisch“ getötet liegt der Strafbestand des Mordes vor und die Strafe bedeutet in diesem Fall lebenslänglich. Auch eine Tötung, um an „ein Erbe“ zu gelangen, ist Mord und auch hier ist die Strafe lebenslänglich. Es liegen die Mordmerkmale „Heimtücke“ und „Habgier“ vor.

Das Strafmaß

Bei Totschlag wird nach § 212 StGB eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren verhängt. Das Strafmaß liegt zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Nur bei einem besonders schweren Totschlag kann eine lebenslängliche Freiheitsstrafe verhängt werden. Liegt der Straftatbestand Mord vor, droht eine lebenslange Haftstrafe. Ein Mord kann im Gegensatz zum Totschlag nicht verjähren. Liegt ein minder schwerer Fall des Totschlags vor, beträgt die Strafe mindestens 1 Jahr, maximal 10 Jahre. Bei Tötung auf Verlangen liegt die Strafe bei mindestens 6 Monaten bis maximal 10 Jahren. Fahrlässige Tötung wird mit mindestens Geldstrafe und maximal 5 Jahren bestraft. Bei Körperverletzung mit Todesfolge liegt die Strafe zwischen 3 und 15 Jahren.

Verjährung bei Totschlag

Im deutschen Strafrecht unterliegen die Straftaten einer Verjährung, wobei zwischen zwei Verjährungsfristen, der Verfolgungsverjährung(§ 78 StGB) und der Vollstreckungsverjährung, unterschieden wird. Nach Ablauf der Frist darf vonseiten der Staatsanwaltschaft und Polizei nicht mehr gegen den Täter ermittelt werden. Totschlag verjährt nach zwanzig Jahren.

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