Gleicher Taterfolg, verschiedene Verbrechen - Was ist der Unterschied zwischen Totschlag und Mord?

Ein Mensch wurde durch einen anderen Menschen umgebracht. Das war doch Mord, der Mörder soll lebenslänglich ins Gefängnis! Oder war es vielleicht doch ein Totschlag? Oder gar eine fahrlässige Tötung? Für Laien unter Umständen unverständlich, ist Tötungsdelikt nicht gleich Tötungsdelikt. Vielmehr beinhaltet das Strafgesetzbuch zahlreiche Straftatbestände, die mit der Tötung eines Menschen zu tun haben, jedoch verschiedene Tathandlungen oder Gesinnungen voraussetzen. 


So sind auch Mord und Totschlag nicht deckungsgleich, denn erstgenanntes Delikt verlangt für die Verwirklichung weitergehende spezifische Merkmale. Im Folgenden möchten wir Ihnen den Unterschied näher erklären. Falls Sie jedoch weitergehende Fragen zu den Delikten oder zum Strafrecht allgemein haben, so berät Sie unsere Kanzlei Schulte Holthausen gerne ausführlich.

Was ist der Unterschied zwischen Totschlag und Mord?

Zunächst stimmen die beiden Delikte darin überein, dass für die Verwirklichung des Taterfolgs ein Mensch gestorben sein muss. Doch warum erhält der Mörder dann stets eine lebenslange Freiheitsstrafe und der Totschläger "nur" eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren aufwärts? Die Antwort liegt in § 211 Absatz 2 StGB. Hier werden spezielle Mordmerkmale genannt, die das Verbrechen besonders verwerflich machen, so dass eine solche hohe Strafe angemessen erscheint.


Obwohl hier Uneinigkeit zwischen Rechtsprechung und Wissenschaft besteht, ist es für Laien vielleicht am verständlichsten, sich den Totschlag als Grunddelikt vorzustellen, welches immer dann verwirklicht wurde, wenn ein Mensch einen anderen Menschen vorsätzlich, rechtswidrig und schuldhaft getötet hat. Ist dies der Fall, so kann zudem ein Mord vorliegen, wenn bestimmte Mordmerkmale hinzukommen.

Welche Mordmerkmale gibt es?

Im Kapitalstrafrecht werden die Mordmerkmale üblicherweise in zwei Gruppen unterteilt; die Mordmerkmale der ersten und dritten Gruppe sowie die Mordmerkmale der zweiten Gruppe:

  1. Modermerkmale der ersten und dritten Gruppe (täterbezogen)
    Hierbei geht es um die Gesinnung des Täters und warum er einen Menschen umgebracht hat. Besonders verwerflich findet der Gesetzgeber es zum Beispiel, wenn der Mord aufgrund von Habgier, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs oder zur Verdeckung einer anderen Straftat geschehen ist. 
  2. Mordmerkmale der zweiten Gruppe (tatbezogen)
    In dieser Gruppe finden sich Mordmerkmale, die die Begehungsweise der Tat besonders abstrafen. So wird als Mörder bestraft, wer die Tat heimtückisch, mit gemeingefährlichen Mitteln oder grausam begeht. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn der Täter dem Opfer eine Falle stellt, wenn er zur Tatbegehung eine Bombe verwendet oder wenn er eine Person vor der Tötung foltert.
    Der Unterschied zwischen beiden Delikten ist nicht immer einfach zu verstehen und wann ein Mordmerkmal gegeben ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und häufig auch in der Wissenschaft umstritten. Falls Sie daher weitere Fragen zu Tötungsdelikten haben, Sie gar ein Täter oder Opfer sind, so zögern Sie bitte nicht, sich in unserer Kanzlei Schulte Holthausen in Braunschweig oder Salzgitter zu melden. Wir helfen Ihnen als Experten für den Bereich Strafrecht umgehend weiter.

Existieren noch weitere Tötungsdelikte im Strafrecht?

Mord und Totschlag sind sicherlich die bekanntesten Tötungsdelikte. Doch auch wenn es komisch klingen mag, die Tötung eines Menschen kann in vielen Abstufungen geschehen, so dass weitere Straftatbestände, die auf verschiedenste Situationen zugeschnitten sind, existieren. So kann es beispielsweise vorkommen, dass der Täter einen anderen Menschen umbringt, weil er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt und eigentlich hätte erkennen müssen, dass sein Verhalten zum Tod eines Menschen führen kann. Einfach ausgedrückt, der Täter wollte nicht, dass jemand stirbt, hat aber nicht richtig aufgepasst. Da hier der erforderliche Vorsatz für einen Mord oder Totschlag fehlt, kann der Täter hiernach nicht bestraft werden. Andererseits ist trotzdem ein Mensch gestorben, so dass dies nicht ungestraft bleiben soll. In solchen Fällen kann dann eine fahrlässige Tötung vorliegen, die immerhin noch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bedroht ist.


Die fahrlässige Tötung, Mord und Todschlag sind jedoch nicht die einzigen Straftatbestände, an die ein Rechtsanwalt für Strafrecht bei der Bearbeitung eines Tötungsdeliktes denken muss. Auch die Tötung auf Verlangen, die Körperverletzung mit Todesfolge oder der Raub mit Todesfolge etc. können in Frage kommen.

Kanzlei Schulte Holthausen in Braunschweig und Salzgitter - Ihr Experte für Kapitalstrafrecht

Falls Ihnen ein Tötungsdelikt zur Last gelegt wird und Sie bereits eine Vorladung als Beschuldigter erhalten haben oder gar in Untersuchungshaft sitzen, so wählen Sie bitte umgehend die Notfallnummer (0151 20 94 66 24)unserer Kanzlei Schulte Holthausen in Braunschweig und Salzgitter. Ein Rechtsanwalt für Strafrecht wird sich dann umgehend um Ihren Fall kümmern.