Betäubungsmittelstrafrecht - Delikte im Zusammenhang mit Drogen

Straftaten werden oftmals mit dem Strafgesetzbuch (StGB) in Verbindung gebracht. In einigen anderen Gesetzbüchern finden sich jedoch ebenfalls Regelungen zu unerlaubten Handlungen. Dies ist beispielsweise beim Betäubungsmittelgesetz (BtMG) der Fall, welches in den §§ 29 ff. Delikte im Zusammenhang mit Drogen beinhaltet, die zu Geldstrafen oder teils erheblichen Freiheitsstrafen führen können.

Was sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz?

Bevor wir zu den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz kommen, muss zunächst geklärt werden, welche Substanzen überhaupt unter den Begriff der "Betäubungsmittel" fallen. Hier hilft das genannte Gesetz in seinem ersten Paragraphen weiter. Dieser verweist auf die Anlagen I bis III, welche eine genau Auflistung der verbotenen Stoffe enthalten. Aufgeführt sind hier zum Beispiel bekannte Substanzen wie Heroin, Cannabis, Morphin, Amphetamin oder Methamphetamin (umgangssprachlich Chrystal Meth), aber auch eher unbekanntere Stoffe wie etwa Benzodiazepine, die als Psychopharmaka eingesetzt werden oder Acetylmethadol, ein Opioid.

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz können vielfältig sein. Genannt wird im Gesetz etwa der Anbau, die Herstellung, der Handel oder das Inverkehrbringen der aufgezählten Betäubungsmittel. Ebenfalls strafbar ist die Ausfuhr und Einfuhr von Drogen sowie der Erwerb und Besitz.

Welche Strafen sind bei Drogenbesitz zu erwarten?

Der Besitz von Betäubungsmitteln ist in § 29 Abs. 1 Nr. 3 des BtMGs geregelt. Hiernach droht Drogenbesitzern eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe, wenn sie mit den im Gesetz genannten Betäubungsmitteln erwischt werden. Etwas anderes kann dann gelten, wenn sie nur eine geringe Menge der Substanzen besitzen und diese nur zum Eigenverbrauch nutzen. Dann kann unter Umständen von einer Strafe abgesehen werden. Auch die Strafverfolgung kann aus genannten Gründen unterlassen werden, wenn zusätzlich kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht.

Was sich jedoch hinter der "geringen Menge" verbirgt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Niedersachsen liegt die Grenze zum Beispiel bei 1 Gramm Kokain oder 6 Gramm Cannabis.

Welche Strafe steht auf Drogenhandel?

Im Bereich des Drogenhandels lässt das Gericht jedoch zumeist keine Milde walten. Hier kann es nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 des BtMGs ebenfalls zu einer Geldstrafe oder bis zu fünfjährigen Haftstrafe kommen. Im Falle von gewerbsmäßigem Handeln liegt sogar ein besonders schwerer Fall vor, so dass die Strafe nicht unter einem Jahr liegen darf. Noch härter trifft es diejenigen, die etwa als Mitglied einer Bande Drogen vertreiben oder durch den Verkauf den Tod des Käufers verursachen. Hierbei liegt das Mindeststrafmaß bei zwei Jahren Gefängnisstrafe. Mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe stehen darüber hinaus auf fortgeführtem, bandenmäßigem Drogenhandel mit nicht geringen Mengen Rauschmitteln, bei dem Waffen genutzt oder Minderjährige beim Verkauf eingesetzt werden.


Strafverteidiger Schulte-Holthausen - Ihr Wahl- und Pflichtverteidiger in Salzgitter und Braunschweig

Unsere Kanzlei in Braunschweig und Salzgitter, die selbstverständlich auch für Mandanten aus Nachbarstädten wie etwa Peine ein offenes Ohr hat, befasst sich vordergründig mit strafrechtlichen Fällen. Als Rechtsanwalt für Strafrecht hat Strafverteidiger Schulte-Holthausen bereits zahlreiche Erfahrungen im Bereich Betäubungsmittelstrafrecht sammeln können. 


Falls Sie also eine Klageschrift oder einen Strafbefehl aufgrund eines Drogendeliktes erhalten haben, so wenden Sie sich gerne an uns. In beiden Fällen ist eine zeitige Beratung durch einen Rechtsanwalt sinnvoll. So ist der Einspruch gegen einen Strafbefehl beispielsweise nur innerhalb von zwei Wochen möglich. Hier ist also Eile geboten. In beiden Verfahrensarten kann zudem ein Pflichtverteidiger notwendig sein, etwa wenn es um Verbrechen - Ihnen also nicht nur eine Geld- oder kurze Haftstrafe droht - geht. Setzen Sie sich dann gerne mit unserer Kanzlei in Verbindung.


In einem eingehenden Gespräch können wir Ihnen dann auch genau erklären, ob in Ihrem Fall eine Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe nach § 31 BtMG in Frage kommt. Dies ist etwa dann möglich, wenn Sie maßgeblich zur Aufklärung eines Drogendeliktes beitragen. Besprechen Sie Ihren Fall jedoch zunächst mit einem Rechtsanwalt, bevor Sie sich auf einen Deal mit den Strafverfolgungsbehörden einlassen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Zeit eines Aufenthaltes in einer anerkannten Entzugsklinik auf die Haftstrafe anrechnen zu lassen.