Kapitalstrafrecht - Das Recht der besonders schweren Straftaten

In den Medien ist der Begriff der „Kapitalverbechen“ allgegenwärtig und über keinen anderen Bereich des Strafrechts wird so häufig berichtet. Seinen Ursprung hat das Wort „Kapitalverbrechen“ im Lateinischen: Hier bedeutet „caput“ Kopf. Zu den Kapitalstraftaten wurden demnach alle Straftaten gezählt, durch welche das Opfer oder auch der Täter seinen Kopf beziehungsweise sein Leben verlor.

Kapitalstrafrecht und Verteidigung

Liegt eine Anklage wegen eines Kapitalverbrechens vor bedeutet dies für den Angeklagten in der Regel eine enorme Belastung. Nicht nur sieht sich der Angeklagte regelmäßig einer immens hohen Straferwartung ausgesetzt; auch steht er oftmals im Zentrum medialer Berichterstattung – regelmäßig kann ein gewisser Einfluss der Medienberichterstattung auf das Verhalten der an einem Strafprozess Beteiligten nicht gänzlich von der Hand gewiesen werden. Die Anklagen bei Kapitalstrafsachen erfolgen regelmäßig zum Schwurgericht, welches in einer Besetzung aus drei Berufsrichtern und zwei Schöffen entscheidet. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass in einem solchen Strafprozess zumindest ein auf Strafrecht spezialisierter Rechtsanwalt die Verteidigung übernehmen sollte. Eine effektive Verteidigungsstrategie, genaue Kenntnisse der Strafprozessordnung, aber auch gute Kenntnisse anderer Disziplinen, wie auf psychiatrischen- oder rechtsmedizinischen Gebieten und schließlich auch eine gewisse Übung im Umgang mit der Medienberichterstattung sind zwingend erforderlich.

Welche Verbrechen fallen unter das Kapitalstrafrecht?

Eine abschließende Aufzählung oder gar eine Definition, welche Straftaten unter die „Kapitalverbrechen“ zählen gibt es nicht. Regelmäßig werden Totschlag und Mord zu den Kapitalverbrechen gezählt. In beiden Fällen wird das Töten eines Menschen unter Strafe gestellt und es kann eine lebenslange oder 15 jährige Freiheitsstrafe in der Folge verhängt werden. Im Unterschied zum Totschlag müssen beim Mord jedoch noch weitere Voraussetzungen gegeben sein, die als Mordmerkmale bezeichnet werden. Hierzu gehört beispielsweise die Tötung einer Person aufgrund von Habgier, sexuellen Motiven oder aus niederen Beweggründen. Auch die Nutzung sog. gemeingefährlicher Mittel kann zu einer Verurteilung wegen Mordes führen.

Die Paragraphen 211 und 212 StGB, in welchen der Totschlag und Mord geregelt sind, sind jedoch nicht die einzigen Regelungen, die den Tod des Opfers als möglichen Taterfolg im Blick haben. Auch der Raub mit Todesfolge und die Körperverletzung mit Todesfolge gehören zum Kapitalstrafrecht.

Die Verjährung von Kapitalstraftaten

Mord ist der einzige Straftatbestand im Strafgesetzbuch, welcher nicht verjährt und bei dem eine Strafe unabhängig von der Zeit, welche seit Tatbegehung verstrichen ist, stets möglich bleibt.
Für alle anderen Straftatbestände muss zwischen der Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung unterschieden werden. Zudem verjähren verschiedene Straftatbestände je nach Strafandrohung des Gesetzes unterschiedlich (so normiert in §§ 78 und 79 StGB).

Für die Frage, ob eine Straftat verjährt ist oder nicht, kommt es daher vielfach entscheidend darauf an, unter welchen Straftatbestand die Tat zu subsumieren ist. So stellte sich beispielsweise bei einem unserer Fälle die Frage, ob ein Mord (keine Verjährung der Tat), ein Totschlag (Verjährung regelmäßig in 20 Jahren) oder eine Körperverletzung mit Todesfolge (Verjährung ebenfalls in 20 Jahren) gegeben war; Hintergrund war eine erfolgte Anklage derer zu Folge der Angeklagte das Opfer erstochen hatte – die Tat lag 24 Jahre zurück.

Opferschutz und Zeugenschutz in Kapitalstrafsachen


In kaum einem Gebiet des Strafrechts sind Nebenklagen durch Opfer bzw. Angehörige der Opfer so häufig wie im Kapitalstrafrecht. Wenn Sie sich als Angehöriger eines verstorbenen Opfers dem Strafverfahren gegen den mutmaßlichen Täter anschließen möchten oder sich wegen etwaiger Schmerzensgeldansprüche, die im Wege eines Adhäsionsantrages im Strafverfahren geltend gemacht werden können, informieren möchten, so sollten Sie sich an einen Fachanwalt für Strafrecht mit einschlägiger Erfahrung wenden. Ein Feld, welches in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, ist außerdem der „Zeugenschutz“: Der Zeuge ist um seine Rolle im Strafprozess nicht zu beneiden, sieht er sich doch dem Fragerecht des Gerichtes, der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger ausgesetzt. Immer häufiger beauftragen daher auch Zeugen, die beispielsweise in Mord-, Totschlags- oder anderen großen Strafverfahren aussagen müssen, eigene Rechtsanwälte, die ihnen bei der Aussage beistehen, darauf achten, dass ihre Rechte gewahrt werden und die sie – nicht zuletzt – psychologisch unterstützen.

Paragraphenzeichen zu den Rechtsgebieten von Rechtsanwalt Schulte-Holthausen

Kanzlei Schulte Holthausen - Rechtsanwalt und Experte für Kapitalstrafrecht


Wenn man Ihnen ein Kapitalverbrechen (bsw. Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge, Raub mit Todesfolge oder auch fahrlässige Tötung) vorwirft, so sollten Sie sich schnellstmöglich mit einem guten Strafverteidiger in Verbindung setzen, um Ihre Rechte in jedem Verfahrensabschnitt zu wahren. Sie sollten hierbei keine Anstrengungen scheuen sich zu vergewissern, dass Ihr Rechtsanwalt über hervorragende Qualifikationen verfügt. Regelmäßig wird bei Kapitalverbrechern eine Pflichtverteidigerbestellung möglich sein; oftmals wird in der Praxis zusätzlich zu den Pflichtverteidigergebühren eine zusätzliche Vergütung für den Strafverteidiger vereinbart. Wenden Sie sich gerne an unsere Kanzlei Schulte-Holthausen für weitere Informationen hinsichtlich etwaiger Verteidigungsmöglichkeiten und hinsichtlich der Kosten der Verteidigung.