Kapitalstrafrecht - Das Recht der besonders schweren Straftaten

In den Medien ist immer mal wieder der Begriff "Kapitalverbrechen" zu hören. Die meisten Menschen wissen, dass es sich hierbei um besonders schwere Straftaten handelt. Was jedoch wirklich hinter diesem Wort steckt, ist vielen nicht bekannt. So kann der Begriff falsch verstanden werden, indem "Kapital" mit "Vermögen" gleichgesetzt wird. Dem ist jedoch nicht so, denn das Wort hat seinen Ursprung im Lateinischen: Hier bedeutet "caput" Kopf. Somit gehörten zu Kapitalstraftaten all diejenigen Verbrechen, bei denen das Opfer bzw. später der Täter durch die entsprechende Strafe seinen Kopf/sein Leben verlor.

Welche Verbrechen fallen unter das Kapitalstrafrecht?

In Deutschland ist die Todesstrafe zwar abgeschafft. Dennoch ist der Begriff "Kapitalstrafrecht" weiterhin geläufig, obwohl nicht hundertprozentig geklärt ist, welche Verbrechen darunter fallen. Sicherlich gehören jedoch der Totschlag und Mord zu Kapitalverbrechen. Im Falle beider Straftaten kommen Menschen zu Tode und es kann eine lebenslange bzw. 15-jährige Freiheitsstrafe verhängt werden. Im Unterschied zum Totschlag müssen beim Mord jedoch noch weitere Voraussetzungen gegeben sein, die als Mordmerkmale bezeichnet werden. Hierzu gehört beispielsweise die Tötung einer Person aufgrund von Habgier, sexuellen Motiven oder aus niederen Beweggründen. Auch die Nutzung gemeingefährlicher Waffen kann zu einer Verurteilung wegen Mordes führen.

Die Paragraphen 211 und 212 StGB, in welchen der Totschlag und Mord geregelt sind, sind jedoch nicht die einzigen Regelungen, die den Tod des Opfers als möglichen Taterfolg im Blick haben. Auch der Raub mit Todesfolge und die Körperverletzung mit Todesfolge gehören zum Kapitalstrafrecht.

Verjähren Kapitalverbrechen?

Bestimmt haben Sie schon einmal die Aussage "Mord verjährt nie" gehört. Dies ist korrekt und damit ist der Mord der einzige Straftatbestand im deutschen Strafrecht, bei dem der Täter selbst wenn die Tat bereits seit langer Zeit zurückliegt, nicht straffrei werden kann. 

Für alle anderen Straftatbestände muss zwischen der Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung unterschieden werden. Zudem verjähren verschiedene Straftatbestände je nach Strafandrohung des Gesetzes unterschiedlich (Siehe §§ 78 und 79 StGB). Dies klingt zunächst kompliziert, lässt sich jedoch anhand eines Beispiels vereinfachen: Eine Frau ist durch einen Messerstich zu Tode gekommen, der Täter wurde noch nicht gefasst. Hier kommen zunächst mehrere Straftatbestände infrage wie etwa Mord, Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge. Die Ermittlungsbehörden haben nun im Rahmen der Zeitspanne der Verfolgungsverjährung Zeit, aufzuklären, welche Tat vorliegt und wer sie begangen hat. Ist die Zeit abgelaufen, so kann der Täter nicht mehr aufgrund dieses Verbrechens angeklagt werden.
Wie lang die Zeitspanne ist, bestimmt sich nach der Strafandrohung des Gesetzes. Totschlag wird (außer in einem schweren Fall) mit einer Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren geahndet, so dass hier die Verjährungsfrist bei 20 Jahren liegt. Gleiches gilt für die Körperverletzung mit Todesfolge. Sind also 21 Jahre seit der Tötung der Frau vergangen und wird der Täter dann gefunden, kann er nur noch wegen Mordes angeklagt werden, da alle anderen Straftaten verjährt sind.
Wurde der Täter allerdings bereits kurz nach der Tatbegehung gefasst und beispielsweise wegen Totschlags verurteilt, befindet er sich aber noch auf freiem Fuß und konnte vor der Gefängnisstrafe fliehen, so kommt die Vollstreckungsverjährung ins Spiel. Hierbei haben die Behörden ebenfalls nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung, um die Strafe auch wirklich geltend zu machen. So darf beispielsweise der wegen Totschlags verurteilte Täter nach 25 Jahren nicht mehr inhaftiert werden.

Kanzlei Schulte-Holthausen - Rechtsanwalt für Kapitalstrafrecht

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Dies ist besonders wichtig, da im Falle von Kapitalverbrechen hohe Strafen, bis hin zur lebenslänglichen Freiheitsstrafe, verhängt werden. Ob nun Mord, Totschlag, eine fahrlässige Tötung, eine Körperverletzung mit Todesfolge oder gar ein andere Straftat vorliegt, hängt von den Umständen jedes Einzelfalles ab und verlangt von einem Rechtsanwalt hervorragende Kenntnisse der strafrechtlichen Rechtsprechung und Literatur. Eine gut durchdachte Beweisführung, Aussagen von Zeugen oder Gutachten sind ebenfalls von großer Bedeutung und müssen von einem Juristen eingeplant und vorbereitet werden. Hierdurch steht und fällt ein lebenslängliches Urteil. Lassen Sie sich daher von einem erfahrenen Anwalt mit fundierten Kenntnissen im Kapitalstrafrecht beraten.

Unsere Kanzlei Schulte-Holthausen steht zudem Opfern und Zeugen in einem Kapitalstrafprozess zur Seite. Zögern Sie bitte nicht, sich uns anzuvertrauen.